Was sind Windböen?
Unter dem Begriff Windböe versteht man eine plötzliche und kurzzeitige Verstärkung des Windes. Eine Bö kann nur wenige Sekunden oder einige Minuten dauern. Danach wird der Wind meistens wieder schwächer.
Windböen können gemeinsam mit einer Änderung der Windrichtung, mit Regen, Graupel, Hagel oder einem Gewitter auftreten. Besonders bei starken Schauern und Gewittern kann sich die Windgeschwindigkeit innerhalb kurzer Zeit deutlich erhöhen.
Wie entstehen Windböen?
Wind entsteht, wenn Luft von einem Gebiet mit höherem Luftdruck zu einem Gebiet mit niedrigerem Luftdruck strömt. Wird diese Luftströmung plötzlich beschleunigt oder verwirbelt, kann eine Windböe entstehen.
Solche Veränderungen werden beispielsweise durch Gewitter, kräftige Regenschauer, Kaltfronten, Berge, Häuser oder andere Hindernisse verursacht.
Windböen bis 103 km/h
Windgeschwindigkeiten um 103 km/h entsprechen etwa Windstärke 10 auf der Beaufortskala. Dabei spricht man von einem schweren Sturm. Bäume können entwurzelt werden und an Gebäuden können größere Schäden entstehen.
Linienförmige Windböen
Bei starken Gewittern können Windböen entlang einer größeren Linie auftreten. Eine solche Gewitterlinie kann ein großes Gebiet überqueren und dort gleichzeitig kräftige Windstöße, Starkregen und Hagel verursachen.
Wann wird eine Bö gefährlich?
Bereits kräftige Böen können Äste abbrechen und lose Gegenstände umherwirbeln. Besonders gefährlich werden Windböen für Menschen im Freien, für den Straßenverkehr, für Schiffe und für schlecht gesicherte Dächer oder Gerüste.
Windstärke und Windgeschwindigkeit
Meteorologen messen die Windgeschwindigkeit mit speziellen Messgeräten. Dabei unterscheiden sie zwischen der mittleren Windgeschwindigkeit und den kurzfristig auftretenden Spitzengeschwindigkeiten einer Böe.
Windböe ab 28 Knoten
Eine Geschwindigkeit von 28 Knoten entspricht ungefähr 52 km/h. Solche Böen können bereits deutlich spürbar sein. Kleinere Äste bewegen sich stark und das Gehen gegen den Wind kann anstrengend werden.
An Küsten und auf dem Meer können starke Böen zusätzlich einen hohen Wellengang verursachen. Für kleine Boote und ungeschützte Küstenbereiche können solche Wetterlagen gefährlich sein.
Unterschied zwischen Wind und Böe
Wind bezeichnet eine länger anhaltende Luftbewegung. Eine Böe ist dagegen eine kurze und plötzliche Verstärkung des Windes.
Es kann deshalb beispielsweise ein mäßiger Wind wehen, während zwischendurch deutlich stärkere Böen auftreten.
Heißt es Bö oder Böe?
Beide Schreibweisen sind möglich. Das Wort Böe wird heute besonders häufig verwendet. Der Plural lautet Böen.
Die Windböen-Skala
Die Beaufortskala beschreibt die Stärke des Windes von Windstärke 0 bis Windstärke 12. Windstärke 0 bedeutet Windstille. Windstärke 12 bezeichnet einen Orkan.
Schäden durch Windböen
Starke Windböen können Dächer beschädigen, Bäume umstürzen, Fahrzeuge treffen und lose Gegenstände durch die Luft schleudern. Bei schweren Stürmen können auch Stromleitungen und andere Versorgungseinrichtungen beschädigt werden.
Welche Versicherung kann helfen?
Schäden am Gebäude können je nach Vertrag durch eine Wohngebäudeversicherung abgedeckt sein. Für bewegliche Gegenstände im Haus kann eine Hausratversicherung zuständig sein.
Entscheidend ist immer, welche Leistungen im jeweiligen Versicherungsvertrag vereinbart wurden. Häufig gelten außerdem bestimmte Mindestwindstärken und Nachweispflichten.
Hausrat und Inventar
Eine Hausratversicherung kann beispielsweise Möbel, Elektrogeräte und andere bewegliche Gegenstände absichern. Schäden an der eigentlichen Bausubstanz gehören dagegen normalerweise nicht zum Hausrat.
Wetter- und Klimalexikon
In unserem Wetter- und Klimalexikon findest du weitere Informationen über Unwetter, Sturm, Gewitter, Windstärken und andere Wettererscheinungen.